Kreuzfahrten zum Schnäppchenpreis
Urlauber profitieren vom Wettbewerb auf den Weltmeeren und können bei einigen Törns mehr als die Hälfte sparen
Vergessen sind die ärgerlichen Bunkerzuschläge, wie der Treibstoffzuschlag auf Kreuzfahrt-Sprache heißt. Die Reiseportale im Internet erinnern mitunter sogar an Ausverkauf. Auf kreuzfahrten.de etwa begrüßen einen schon auf der Startseite durchgestrichene Preise, stattdessen blinken rot die drastisch reduzierten neuen Euro-Beträge auf. Querbeet, von der Ostsee-Schnuppertour mit der "Vision of the Seas" für 288 Euro bis zum absoluten Luxustrip auf der "Seabourn Spirit" in Asien für 1955 Euro ist alles dabei - und bis zu 60 Prozent heruntergesetzt.
Das gilt keineswegs nur für kurzfristig leer gebliebene Kabinen. Die Sonderangebote reichen bis in den September. "Kreuzfahrten waren noch nie so günstig wie in diesem Jahr", bestätigt Experte Robert Liersch. Der frühere Deutschlandchef der größten Reederei der Welt, der Royal Caribbean Cruise Line, hat seit zehn Jahren ein eigenes Reisebüro und betreibt das Portal "M'Ocean", das sich auf Kreuzfahrten aller Art spezialisiert hat.
Hamburger Abendblatt vom 31.01.2009
Beratung ist Leistung
Liebe Besucher, Leser und Freunde des SeereisenMagazin,
wo bekommt man eine Kreuzfahrt her? Ganz einfach, sagen Sie, die gibt’s doch an jeder Ecke! Eben. Und das ist die Crux bei der Sache, denn Kreuzfahrten sind ein beratungsintensives Produkt, und zwar unabhängig davon, ob der Kunde kreuzfahrt-erfahren ist oder nicht. Nur die Art der Fragen, die er stellt, ist eine andere, wenn er schon ein Dutzend oder mehr Kreuzfahrten in seinem Logbuch hat. In diesem Fall wird er zu einem für ihn neuen Schiff vielleicht Fragen stellen, die auf die Ver- gleichbarkeit mit anderen Schiffen abzielen; der Neukreuzfahrer hingegen erkundigt sich nach „Klassikern” wie Bekleidungsratschlägen, Seekrankheit und Landgangsbestimmungen. In beiden Fällen ist der Discount-Supermarkt, der inzwischen auch Kreuzfahrten vertreibt, nicht die richtige Adresse.
In vielen Branchen sind Fachhandelstreue und die Wertschätzung für gute Beratung durch Dumping- Preise aufgeweicht. Wer aber einen Computer oder ein Fahrrad kauft, der kann sich mit der Ware nach dem Kauf auseinandersetzen, sich Rat holen oder notfalls die Rückgabe erwirken. Gerade das funktioniert aber in der Touristik nicht. Der Kunde bemerkt seine Fehlentscheidung erst, wenn’s zu spät ist. Wer seinen Jahresurlaub genommen hat, mit Sack und Pack eine anstrengende Flugreise hinter sich bringt und dann feststellt, dass der gebuchte Urlaub weit von dem entfernt ist, was er sich vorgestellt hatte, dem bleibt keine rechte Chance, seine Entscheidung zu korrigieren.
Viele potenzielle Kreuzfahrtkunden haben keine Vorstellung davon, wie viele ver-schiedene Produkte die Seetouristik für sie bereithält. Viel schlimmer aber ist, dass auch eine breite Anzahl an Reisebüros vom notwendigen Fachwissen weit entfernt ist. Hier bedingen zwei Entwicklungen einander: Das Reisebüro an der Ecke wird nur höchst selten von einem Kreuzfahrtinteressenten aufgesucht und macht sich deswegen nicht kundig, und der Buchungswillige wiederum entscheidet sich für einen anderen Buchungsweg.
Es gibt immer noch zu viele Reisebüros, die sich als Ticketschalter verstehen, die nicht begriffen haben, dass sie ein Produkt verkaufen, so „sexy” und reizvoll wie kaum ein zweites, nämlich ein Komplettprogramm für die schönsten Wochen des Jahres. Und wer die für seinen Kunden perfekt plant, der hat bei ihm ein für allemal gewonnen.
Fraglos gibt es unter den kleinen Reisebüros an der nächsten Ecke gute, kreuzfahrtaffine Exemplare, und wer ein solches gefunden hat, sollte ihm tunlichst nicht untreu werden. Perfekt ist die Beratung meist in den deutschlandweit agierenden Großreisebüros, die sich auf Kreuzfahrten spezialisiert haben.....
Diese Büros allerdings machen unerfreuliche Erfahrungen mit Kunden, denen der Sparzwang aus dem Discount-Supermarkt ins Gesicht geschrieben steht. „Da kommt es vor, dass ein Kunde mit dem fertig ausgearbeiteten Reiseprogramm eines Kollegen kommt und will, dass ich ihn im Preis unterbiete! Obgleich der Zweitgefragte rein wirtschaftlich natürlich einen Rabatt einräumen könnte, denn er hat ja keine Arbeit mit der Buchung – die hat ein anderer Kollege erledigt. Und der guckt in die Röhre. Darüber aber, dass Dienstleistung bezahlt werden muss, denken offenbar die wenigsten Kunden nach.
Für viele Kunden ist die Gewinnspanne des Reisebüros überhaupt der Grund, dort zu buchen, weil sie darin einen Verhandlungsspielraum für Rabatte sehen. " Dazu sage ich grundsätzlich nein", erteilt auch Werner Steinemann all jenen eine Absage, die das Reisebüro mit einem orientalischen Basar verwechseln, „ich antworte dann: Unser Rabatt ist unsere gute Beratung, denn die bekommen Sie nicht überall!” Eine wichtige Aufgabe der Reisebüros besteht darin, Risiken für den Kunden zu minimieren und auf Gefahren hinzuweisen.
Von einem guten Reisebüro, das Rundreisen auf dem Landwege individuell für den Kunden ausarbeitet, hörte ich kürzlich, dass man für die Vorarbeit inzwischen eine saftige Gebühr verlangt, wenn man den Kunden nicht kennt. Eine mehrwöchige Rundreise in Südostasien akribisch zu planen, ist eine Aufgabe, die einen Reisebüro-Mitarbeiter zwei bis drei Tage beschäftigen kann. Eine Arbeit, die sich nur rechnet, wenn ihr eine Buchung folgt. Viel wichtiger aber ist der „erzieherische Effekt”, der eintritt, wenn man die Planungsleistung mit 300 Euro in Rechnung stellt, die bei der Buchung natürlich wieder abgezogen werden: Der Kunde sieht den Aufwand, erkennt seinen Wert, und muss sich notgedrungen mit der Tatsache auseinandersetzen, dass es zwischen Reisebüro und Wohlfahrtsbüro einen Unterschied gibt – denn die Kernkompetenz des Reisebüros ist die Beratung, die aber nur bezahlt wird, wenn der Kunde am Ende auch bucht. Vielen Kunden ist dieser Zusammenhang offenbar nicht bekannt – sie möchten nach der Beratung noch einmal darüber schlafen und glauben, dem Reisebüro Arbeit zu sparen, wenn sie dann im Internet buchen. Dann aber geht das Reisebüro leer aus.
Es gibt gewiss nicht übermäßig viele Reisebüros, die eine gute Kreuzfahrtberatung aus dem Ärmel schütteln können. Die wissen, worin der Unterschied in den einzelnen Kabinenkategorien besteht, die auf einer Transatlantik-Fahrt die Balkonkabine auf der Sonnenseite verkaufen, die die Courage haben, zu sagen: Das Angebot ist nicht das Richtige für Sie, ich hätte da etwas Besseres. Und die vor allem über die Erfahrung verfügen, mit einigen gezielten Fragen herauszufinden, wie ihr Kunde „tickt”, ob er sich auf einem internationalen Schiff wohl fühlen wird, ob AIDA das richtige Produkt für ihn ist, oder ob er sich – obgleich gut bei Kasse – auf der EUROPA vielleicht deplaziert fühlt.
Es besteht nur die Gefahr, dass trotz steigender Buchungszahlen diese Reisebüros noch weniger werden, weil der „Geiz ist geil”-Wahn nicht nur dazu verleitet, jedes Sonderangebot anzunehmen, egal, woher es stammt, sondern auch echte Beratungsleistung nicht honorieren zu wollen. Das aber kann auf die Dauer nicht funktionieren. Das Reisebüro hat eine wichtige Makler-Funktion, denn im Gegensatz zum Reiseveranstalter vertritt es alle Produkte, die der Markt zu bieten hat. Nur dann, wenn sich Reisebüro und Kunde Zeit nehmen, ein maßgeschneidertes Produkt zu finden, wird die Reise ein Erfolg. Und diese Arbeitszeit muss bezahlt werden.
Ich bin sicher, dass Sie, liebe Leser, sich für diesen Sommer wieder eine schöne Kreuzfahrt vorgenommen haben. Wohin auch immer Sie unterwegs sind, ich wünsche Ihnen die Gnade Neptuns und der Hafenbehörden sowie ein glückliches und gesundes „Rolling Home”! Und wenn Ihre Reise perfekt organisiert war, schicken Sie doch mal eine Postkarte an Ihr Reisebüro – dort freut man sich über Grüße aus der Ferne!
SeereiseMagazin Ausgabe 3/2008
Mit der Grande Dame der Meere von Hamburg in die Neue Welt
Zwei Mal fährt der größte Oceanliner der Welt in diesem Jahr quer über den Atlantik nach New York und retour. Die Transatlantik-Reisen im Juli und August 2006 mit der "Queen Mary 2" sind mehr als eine gewöhnliche Kreuzfahrt. In der luxuriösen Atmosphäre an Bord können die Gäste die Passage in vollen Zügen genießen und die Zeit der großen Ozeanliner wieder aufleben lassen - mit dem Luxus und Annehmlichkeiten moderner Fünf-Sterne-Hotels. Mehr als 100 Attraktionen warten auf der "Queen Mary 2" darauf entdeckt zu werden, vom einzigen Planetarium und dem größten Ballsaal auf See über die erste schwimmende Kunstgalerie bis hin zum exklusiven Canyon Ranch Spa Club. Am 16. Juli 2006 legt der Kreuzfahrtenspezialist M'Ocean aus Dolgesheim eine Reise mit deutschpsrachiger Reiseleitung auf der "Queen Mary 2" und einem viertägigen Nachprogramm in New York auf. Ab Hamburg/bis New York kostet die neuntägige Reise ab 2.460 Euro. Weitere Informationen gibt es bei M'Ocean Reisen und Meer, Telefon 0800-8111888, www.kreuzfahrt-profi.de.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.04.06
Stilvolle Seereisen mit sportlichem Flair
Luxus ist ein großes Wort, das nicht wenige Kreuzfahrtgesellschaften leichtfertig in den Mund nehmen. Auf den yachtähnlichen »SeaDream I und II«, die im Mittelmeer und in der Karibik unterwegs sind, wird das Versprechen jedoch eingelöst.
Willkommen an Bord! Ich bin der Kapitän. »Wenn Passagiere die Gangway von SeaDream I oder SeaDream II hinaufgehen, ist der rote Teppich ausgerollt, werden sie von Kapitän, Hotelmanager und Activities Director« mit Handschlag begrüsst. Ein weiss behandschuhter Steward reicht Ihnen ein Glas Champagner, ein zweiter reisst die Türe zur Lounge auf, wo eine eisgekühlte Fünf-Kilo-Dose Kaviar steht, aus der sich die Neuankömmlinge nach Herzenslust bedienen können.
Die vor drei Jahren gegründete Reederei SeaDream Yacht Club mit Sitz in Miami und Oslo operiert mit zwei Mega-Yachten im Luxusbereich und verzichtet im Namen auf das Word Kreuzfahrt. Man spricht von Yacht Voyages, um sich damit von Mitbewerbern abzugrenzen, die alle größeren Schiffe besitzen.
Die Krawatte bleibt zu Haus
Die lediglich 105 Meter langen SeaDream - Zwillinge sind andesr als andere Kreuzfahrtschiffe: Sie bieten maximal 110 Passagieren, die von einer 90-köpfigen Crew betreut werden, Komfort und Eleganz, sportliches Flair und die relaxte Atmosphäre einer Privatyacht. Trinkgelder sind im Reisepreis ebenso inbegriffen wie Tischweine, Bargetränke sowie die Softdrinks und Alkoholika der Mini-Bar in der Kabine. Auf den beiden »Seeträumen« soll jeder tun und lassen, was ihm gefällt.
Es gibt daher in keinem der Restaurants feste Essenszeiten oder gar eine starre Tischordnung. Auch Kleidervorschriften und Captain’S Diner wie auf anderen Luxuskreuzern sind unbekannt, das Motto lautet vielmehr »Yacht Casual«. Sven-Erik Dahl, ein Kapitän wie aus dem Bilderbuch, meint zu Recht: »Wer jeden Tag mit Anzug und Krawatte zur Arbeit geht, möchte sich in den Ferien legerer kleiden.«
Die Passagiere machen Landgänge, tummeln sich im und am Swimmingpool, liegen an Deck auf grosszügigen »Balinesischen Betten«, schwitzen im Fitness Center, revitalisieren im Wellness Center oder üben Abschläge im Golfsimulator. Dank ihres geringen Tiefgangs können die Zwillinge auch kleine Häfen anlaufen und in verträumten Buchten ankern. Dann senkt sich am Heck eine Plattform, von der aus geschwommen oder gesurft, auf einer Jolle gesegelt, mit Kajaks gepaddelt oder mit Wave Runners übers Wasser geflitzt wird.
In Saint-Tropez und Monte Carlo legen die »SeaDreams« erst in den frühen Morgenstunden ab, damit sich, wer will, ins Nachtleben stürzen oder im Casino sein Glück versuchen kann. Und wenn sie in Sorrent den Anker lichten, während bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt, umrunden sie auch schon mal die Insel, fahren in Steinwurfweite an der Blauen Grotte und Axel Munthes Haus von San Michele vorbei, um erst danach Kurs auf den nächsten Hafen zu nehmen. »Wir sind eben flexibler als andere«, erklärt Kapitän Dahl stolz.
Aus: ReiseBlick 1/2004
SeaDream – fast schon wie der Himmel auf Erden
Auf dem Wasser im puren Luxus schwelgen
Kreuzfahrten ohne Krawattenzwang? Ein Hauch von Luxus und dennoch leger? Ein Gefühl wie auf der eigenen Yacht? Gibt es das? Aber natürlich!
Die beiden SeaDreams sind die einzigen Luxusschiffe weltweit, auf denen das Bordleben locker und leger ist. Maximal 110 Gäste werden von 90 Besatzungsmitgliedern verwöhnt – auf der eigenen Yacht könnte es nicht schöner sein. Man ist unter sich in seiner eigenen, kosmopolitischen Welt: die Gäste kommen aus allen Kontinenten, die Bordsprache ist Englisch, die Währung US-Dollar, die Offiziere sind aus Skandinavien.
Die Atmosphäre ist ein einziger großer, lächelnder Seufzer. Endlich an nichts mehr denken müssen – kein Dresscode, kein Dinner-Jacket oder Smoking, kein Abendkleid, keine starren Rituale. Endlich sich um nichts mehr kümmern müssen – alles ist im Kreuzfahrtpreis bereits inkludiert.
Einfach genießen: in »Dreambeds« unterm Sternenhimmel schlafen, Champagnerpartys in einsamen Buchten genießen und Häfen entdecken, die größere Schiffe gar nicht anlaufen können.
Zum Beispiel auf den Sommerrouten im Mittelmeer oder im Winter in der Karibik. Dabei ist das Durchschnittsalter mit etwa 49 Jahren deutlich niedriger als bei allen anderen Luxus-Reedereien. Die Einstiegspreise liegen bei 2.500 Euro pro Person ab/bis Hafen.
Aus. Mannheimer Wochenblatt vom 30. Juni 2005
How to spend it?
... Zu den »ultra-luxury mega yacht products«, die eine Nische im Spitzensegment der Kreuzfahrtindustrie besezten, zählen heute auch die »SeaDream II« und ihr baugleiches Schwesternschiff »SeaDeram I«. »Cocooning« und »new privacy« lauten die Lockwärter. Den deutschsprachigen Raum fasst man derzeit besonders ins Auge. Reisen, um Abgeschiedenheit zu erleben. Eine Woche lang positive Energien aufsaugen. Das tun Menschen, die sonst alles haben – nur keine Zeit. Auf der »SeaDream II« muss niemand lange erklären, was er braucht. Die Crewmitglieder, auf maximal 104 Gäste kommen 90 Mitarbeiter, erhalten zu Reisebeginn Fotos der Passagiere, lernen Namen auswendig, kennen schnell die Bedürfnisse. Der eine will eine Schlafstatt unterm Sternenhimmel, also richtet man eine der großen balinesischen Liegen auf Deck sechs her. Ein anderer will sein Menü im Krähennest, einer runden Polsternische auf dem Sundeck, einnehmen. Und die Wolldecke liegt schon parat, wenn man auf dieser Mittelmeerreise im Abendwind vor Cassis an der »Top of the Yacht Bar« den Absacker nimmt. Alle Bargetränke sind frei, auch Champagner und Kaviar, so oft wie gewünscht. Der Service beginnt beim Lavendelsäckchen auf dem Kopfkissen und den Blugari- Toilettenprodukten im Bad und hört beim kuschligen Schlafanzug mit eingesticktem Namen der Gäste noch lange nicht auf.
Nicht ohne Grund sind auf dem Mittelmeertörn Anfang Oktober mehr als ein Drittel der Gäste zum wiederholten Mal dabei. Man kommt als Fremder, geht als Freund: Der Slogan, der für das in den 80ern gebaute und vor zwei Jahren runderneuerte Schiff wirbt, stimmt. Regnet es mal, geht man am besten in die dunkel getäfelte, urgemütliche Bibliothek. Beim englischen Tee, der auf Stövchen vor sich hin schmurgelt, trifft man dort Leute jeder Nationalität, viele von ihnen Amerikaner. Natürlich sind alle älter als die schönen Menschen in den Hochglanzprospekten des Seadream Yachtclubs. »Das liegt an der Jahreszeit«, erklärt der Kapitän. Im Herbst werde das Mittelmeer von älteren Gästen gebucht. »Diese Leute interessieren sich mehr für Kunst und Kultur, sie buchen diese Reisen, um sich Museen und Kirchen anzuschauen.« Die Jüngeren gehen im Sommer an Bord – wegen der Wassersportangebote. Das Schiff besitzt eine Wassersportplattform für Tauchgänge und Motorsportaktivitäten.
Activities Director Richard kümmert sich nicht nur um die Sportler. Der 40-jährige aus Wales macht abends beim Dinner, das auf diesem Schiff den Charakter eines festlichen Familientreffens hat, gern Konversation mit den Gästen. Manager, Ärzte, Juristen, ein Pilot ist auch dabei. Heute Abend speist er mit einem ehemaligen College-Professor. Der schrieb in seiner Freizeit Gedichte. Eines davon fiel zufällig der Sängerin Sheryl Crow in die Hände. Es wurde ein Hit. Heute schreibt der Professor nur noch Songtexte, ohne die er sich diese Reise auf dem nach der »Europa« zweitbesten Kreuzfahrtschiff der Welt wohl nicht hätte leisten können. Die »SeaDream«, auf der einst Ray Charles klimperte, Shirley Bassey manches Geburtstagsständchen sang und Cliff Richard eine Geburtstagsparty feierte, schlägt in der Bewertung durch den »Berlitz Guide« alle Luxusliner der Konkurrenz. Vor allem die SeaDream Oriental Wellness Cuisine ist berühmt. Der delikate Hummer beim Captain’s Dinner zwischen Portofino und Saint Tropez wird dann leider doch kaum angeführt. Windstärke neun.
Der Smoking und das Abendkleid können auf der »SeaDream« übrigens meistens im Schrank bleiben. »Yacht Casual« lautet der Dresscode nach 18 Uhr. Jackett ohne Schlips, Kostüm für die Dame. Völlig overdressed ist man damit, wenn in sommerlichen Gefilden beim »Caviar on the Waves« der Sevruga-Kaviar plus Champagner von Stewards, die unten Badehose und oben Uniform mit weißen Handschuhen tragen, direkt im Meer serviert wird. Einer dieser Momente, die einem sehr dekadent vorkommen – und noch lange an die Zeit zurückdenken lassen, da man eine Woche lang zwischen Monte Carlo und Monte Carlo lebte wie Gott in Frankreich.
Aus: Financial Times Juni 2005